Zwei Wochen ist es her seit der letzten Feldnotiz – nicht weil nichts los war, sondern weil einfach die Zeit gefehlt hat. In der Zwischenzeit war ich immer mal wieder kurz an einem Strauch oder Baum zum Naschen, aber für eine richtige Ernte hat es nie gereicht. Heute war endlich wieder Zeit, und zwar gleich richtig: erst sammeln, dann direkt weiter in die Flasche. Am bekannten Bahndamm hinterm Haus hängt an der großen Hecke am Anfang gerade richtig viel dran – kaum stand ich davor, war schon einiges in der Dose gelandet.




Ich sammle grundsätzlich nie alles ab, was an einem Strauch hängt – ein Teil bleibt bewusst für Nachfolger und für Vögel und andere Tiere dran. Wie viel man sich als Faustregel maximal nehmen sollte, steht im Abschnitt „Nachhaltig sammeln" im Sammelrecht-Beitrag.
Nie hungrig sammeln gehen – immer vorher schon was essen. Wer hungrig losgeht, bekommt keine vernünftige Menge zusammen, weil alles direkt im Mund landet statt in der Dose.
(Zugegeben – das war jetzt eher ein Scherz als echtes Insiderwissen. Aber wahr ist es trotzdem.)
Danach ging es auf den Bahndamm selbst. Die Schneise ist gerade komplett zugewachsen – eine ganz andere Welt als noch vor drei Wochen, als ich hier zuletzt entlanggelaufen bin.

Am Bahndamm selbst sind die Brombeeren auffällig kleiner als am großen Strauch vorhin – dazu deutlich saurer, was ich persönlich mag, weshalb ein paar der kleinen, noch leicht rötlichen Exemplare mit in die Dose gewandert sind.


Auch auf dem Weg zwischen den Kleingärten und der Bahnlinie gibt es genug Brombeeren – auch dort wieder viel gesammelt, aber wie immer einiges hängen gelassen.

Letzte Woche bin ich zufällig an einer extrem ertragreichen Kirschpflaume vorbeigekommen, dort habe ich heute ebenfalls etwas gesammelt. Ein Funfact dazu: Eine Familie mit einem etwa zehnjährigen Kind kam am Fahrrad vorbei, und auf eine Frage des Kindes, die ich nicht verstehen konnte, antwortete die Mutter sinngemäß, das seien Mirabellen, die man sich später mal anschauen wolle. Aufklären konnte ich das nicht mehr, dafür waren sie zu schnell vorbei – aber die Verwechslung von Kirschpflaume und Mirabelle ist mir schon bei der Radtour Mitte Juli mehrfach begegnet und hält sich hartnäckig.

Zuhause dann auf die Waage: gut 700 Gramm Brombeeren in 30 Minuten, und weit über ein Kilo Kirschpflaumen in nur 10 Minuten.


Geplant war diesmal etwas, das ich noch nie gemacht habe: Brombeerlikör mit Gin statt Korn oder Wodka, dazu brauner Rohrzucker – der karamellige Geschmack passt gut zur Brombeere – und eine Zimtstange.

Zuerst kamen 352 g Brombeeren ins Glas – bei dieser Menge wirkte es schon so voll, dass ich erstmal aufgehört habe.

Danach rund 100 g brauner Würfel-Rohrzucker.

Dann rund 500 g Gin.

Am Ende war noch etwas Luft im Glas, also kamen nochmal rund 50 g Brombeeren oben drauf, bis es randvoll war – zusammen mit der Zimtstange aus dem Zutatenfoto.

Weil danach noch etwas übrig war – sogar vom Gin noch ein Rest –, habe ich gleich ein zweites, kleineres Glas angesetzt: die rund 100 g Gin, die noch in der Flasche waren, dazu etwa dieselbe Menge Brombeeren und eine Handvoll entkernte Kirschpflaumen, zum Auffüllen dann noch etwas Wodka sowie ein paar weitere Brombeeren – deren Mengen habe ich mir nicht mehr gemerkt, am Ende zeigte die Waage rund 530 g. Bewusst ohne jedes Gewürz diesmal – hier soll die pure Frucht sprechen.

Zum Schluss noch ein Blick auf alles, was aktuell in der Wohnung steht: fünf Ansätze gleichzeitig. Die beiden dunkelroten Flaschen links sind die zwei Schlehenliköre vom Monatsanfang, einmal mit Schafgarbenblättern, einmal mit -blüten. Das kleine Glas mit dem blauen Deckel ist der frische Frucht-Ansatz von eben. Die Flasche mit den sichtbaren rot-orangen Fruchtstücken ist der Kirschpflaumenlikör mit Sternanis von vor knapp zwei Wochen. Und rechts, mit der Zimtstange oben herausragend, der neue Brombeerlikör mit Gin von heute.

Jetzt heißt es wieder warten und gelegentlich schütteln, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Wie sich der Gin gegen Zimt und Brombeere schlägt – und ob die pure Frucht-Variante ohne jedes Gewürz überzeugt –, zeigt sich erst beim Verkosten in ein paar Wochen.
Weil ich beim Befüllen ohnehin jeden Schritt gewogen habe, lassen sich die Mengen für Ansatz 1 exakt zusammenrechnen. Bei Ansatz 2 habe ich unterwegs nicht mehr alles einzeln notiert – dort steht, was wirklich bekannt ist, und der Rest wird ehrlich als „nicht mehr nachvollziehbar" ausgewiesen.
Zusammen 1013 g Ansatz im randvollen Glas – 352 + 103 + 509 + 49 g ergeben genau diese Summe.
Zusammen 532 g Ansatz. Von den bekannten rund 200 g Gin und Brombeeren abgesehen, verteilen sich die restlichen rund 330 g auf Kirschpflaumen, Wodka und Nachfüll-Beeren – die genaue Aufteilung habe ich beim Ansetzen nicht mehr festgehalten.