Gusseisenpfanne auf dem Lagerfeuer

Warum Gusseisen?

In einer Welt voller Antihaftbeschichtungen und leichter Titanpfannen wirkt Gusseisen altmodisch. Dabei ist es das Gegenteil: Gusseisen ist zeitlos überlegen, wenn es darum geht, hohe Temperaturen gleichmäßig zu halten und dem Essen echte Röstaromen zu geben.

Eine gut eingebrannte Gusseisenpfanne ist praktisch antihaftend, verträgt offenes Feuer ebenso wie den Backofen, und wird mit jedem Einsatz besser. Während Teflonpfannen nach ein paar Jahren entsorgt werden, begleiten Gusseisenmodelle Generationen. Das ist echte Nachhaltigkeit.

Der Materialvergleich macht es deutlich. Aluminium ist leicht, gibt aber bei punktueller Hitze ungleichmäßig ab und verformt sich über offenem Feuer. Edelstahl hält etwas mehr aus, speichert aber kaum Wärme. Antihaftbeschichtungen vertragen die hohen Temperaturen am Lagerfeuer schlicht nicht – über 230 °C beginnt die Beschichtung zu zerfallen. Gusseisen dagegen kennt keine Obergrenze: Man kann es in die Glut stellen, im Backofen verwenden, auf Induktion betreiben und mit Metallwendern bearbeiten, ohne etwas zu beschädigen.

Ein oft übersehener Nebeneffekt: Eine Gusseisenpfanne gibt beim Kochen geringe Mengen Eisen an die Speisen ab – gerade bei säurehaltigen Gerichten. Für die meisten Menschen ist das ein willkommener Beitrag zur Eisenversorgung. Und sie ist das einzige Kochgeschirr, das man notfalls direkt in ein Lagerfeuer legen und danach trotzdem weiterbenutzen kann.

Der entscheidende Vorteil am Lagerfeuer: Gusseisen reagiert nicht auf Temperaturschwankungen – es hält die Hitze konstant, selbst wenn die Glut kurz nachlässt. Kein anderes Material kann das.

Worauf es beim Kauf ankommt

Nicht jede Gusseisenpfanne taugt fürs Camping. Drei Kriterien entscheiden:

Ein viertes Kriterium betrifft die Oberfläche. Günstige Pfannen wie Lodge haben eine leicht raue, sandgestrahlte Gussoberfläche – das funktioniert tadellos, fühlt sich aber gröber an. Premium-Hersteller wie Skeppshult schleifen oder polieren die Innenfläche glatt, was das Einbrennen erleichtert und schneller eine spiegelglatte Patina ergibt; andere wie Petromax setzen auf eine dicke, voreingebrannte Gussoberfläche. Emailliertes Gusseisen (Le Creuset) braucht gar kein Einbrennen, verträgt aber keine extremen Temperaturschocks und keine Glut – fürs reine Lagerfeuer ist es die schlechtere Wahl. Wer am Feuer kocht, fährt mit rohem Gusseisen am besten.

Größe & Gewicht – welche Pfanne für wen

Die richtige Größe hängt schlicht davon ab, für wie viele Personen gekocht wird. Als grobe Orientierung:

Beim Gewicht muss man ehrlich sein: Gusseisen ist schwer. Eine 25-cm-Pfanne bringt je nach Wandstärke 2,5 bis 4 kg auf die Waage, eine 30er kann an die 5 kg reichen. Für Auto-, Wohnmobil- und Platzcamper spielt das keine Rolle – im Gegenteil, das Gewicht ist der physikalische Grund für die gute Wärmespeicherung. Für Backpacker und Wanderer ist Gusseisen dagegen ungeeignet; hier sind Pfannen aus gehärtetem Aluminium oder Titan die vernünftige Wahl. Faustregel: Wer die Ausrüstung trägt, lässt Gusseisen zu Hause. Wer sie fährt, nimmt es mit.

Einbrennen & Pflege – das Wichtigste in Kürze

Gusseisen funktioniert nur mit einer Patina – einer dünnen, eingebrannten Fettschicht, die als natürliche Antihaftbeschichtung wirkt. Voreingebrannte Pfannen (Lodge) bringen eine Grundpatina schon mit, rohe Modelle muss man vor dem ersten Einsatz selbst einbrennen: dünn mit hocherhitzbarem Öl einreiben, überschüssiges Öl abwischen und kopfüber bei großer Hitze ausbacken – mehrfach wiederholt baut sich die Schicht auf.

Im Alltag ist die Pflege denkbar simpel: nach dem Kochen nur mit heißem Wasser und Bürste reinigen, kein Spülmittel, gut abtrocknen und hauchdünn einölen. Dann rostet nichts und die Patina wird mit jeder Nutzung besser. Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung samt Rost-Rettung steht im eigenen Ratgeber:

Komplette Anleitung: Einbrennen, tägliche Pflege und Rost entfernen – Schritt für Schritt erklärt auf → Gusseisen Tipps & Tricks.

Gusseisenpfannen im Vergleich: fünf Modelle für jeden Anspruch

Welche Pfanne die richtige ist, hängt weniger vom Preis ab als davon, wie und wo du kochst – am Lagerfeuer, auf dem Gaskocher, zu Hause auf Induktion. Diese fünf Modelle decken die gängigsten Fälle ab, vom günstigen Einstieg bis zur polierten Premium-Pfanne.

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ModellMaterialGrößeBesonderheitPreisEmpfehlung
Lodge L8SK3 Rohes Gusseisen Ø 26 cm Voreingebrannt, bis 260 °C, induktionstauglich ca. 45 € Preis-Leistung Zu Amazon →
Petromax fp25-t + fp30-t (Set) Rohes Gusseisen Ø 25 + 30 cm Bis 300 °C, auch über offenem Feuer ca. 85 € Made in Germany Zu Amazon →
Skeppshult mit Holzgriff Rohes Gusseisen, poliert Ø 24 cm, 2,4 kg Holzgriff – nicht ofenfest ca. 140 € Premium Zu Amazon →
Le Creuset Signature Emailliertes Gusseisen Ø 26 cm, 2 L, 2,6 kg Emaille, spülmaschinenfest, 30 J. Garantie ca. 160 € Küche & Zuhause Zu Amazon →
BBQ-Toro Grillpfanne Rohes Gusseisen Ø 35 cm Voreingebrannt, zwei Griffe + zwei Ausgießer ca. 40 € Budget & Servieren Zu Amazon →

Preis-Leistung: Lodge L8SK3

Für den Einstieg führt an der Lodge L8SK3 kaum ein Weg vorbei. Sie kommt bereits voreingebrannt aus dem Karton, ist also vom ersten Tag an einsatzbereit, robust bis zur Schmerzgrenze und für rund 45 Euro praktisch konkurrenzlos. Mit 26 cm Durchmesser ist sie der Allrounder, verträgt bis 260 °C und läuft auf Induktion ebenso wie auf Gas oder im Ofen. Die Oberfläche ist sandgestrahlt und damit etwas rauer als bei polierten Pfannen – das stört beim Kochen nicht, im Gegenteil: Die Patina hält darauf hervorragend. Wer nur eine einzige Gusseisenpfanne fürs Camping kauft, macht hiermit nichts falsch.

Made in Germany & Premium: Petromax-Set und Skeppshult

Wer mehr will, hat zwei Richtungen. Das Petromax-Set fp25-t + fp30-t ist die naheliegende Wahl für regelmäßige Feuer-Köche: zwei Pfannen mit 25 und 30 cm und langem Stielgriff, dicke Wandung, spürbar gleichmäßigere Wärmeverteilung und bis 300 °C freigegeben – ausdrücklich auch für offenes Feuer und Grill. Für rund 85 Euro bekommt man hier zwei Pfannen in einer Qualität, die ein Leben lang hält. Die Skeppshult aus Schweden spielt in der Oberklasse: Ihre Innenfläche ist schon ab Werk glatt geschliffen, sodass sich früher eine fast spiegelglatte Patina bildet. Ein Detail muss man aber wissen – sie hat einen Holzgriff und darf deshalb nicht in den Ofen. Am Herd und über mäßiger Glut ist sie ein Genuss, für die Ofen- oder Glutroutine taugt sie nicht.

Emailliert fürs Zuhause: Le Creuset

Die Le Creuset Signature ist die Ausnahme in dieser Runde: emailliert, also ohne Einbrennen nutzbar, unempfindlich gegen Säure und sogar spülmaschinenfest. Für die heimische Küche ist das herrlich pflegeleicht, dazu gibt der Hersteller 30 Jahre Garantie. Am Lagerfeuer aber ist sie fehl am Platz – die Emaille verträgt keine harten Temperaturschocks und keine direkte Glut. Wer zwischen Küche und gelegentlichem Stellplatz pendelt, ist mit den 26 cm gut bedient; wer wirklich am Feuer kocht, greift zu rohem Gusseisen.

Budget & Servieren: BBQ-Toro Grillpfanne

Die BBQ-Toro ist streng genommen keine klassische Bratpfanne, sondern eine flache Grill- und Servierpfanne mit 35 cm Durchmesser, zwei Griffen und zwei Ausgießern. Genau das macht sie für die Gruppe praktisch: Sie kommt voreingebrannt, wandert direkt vom Feuer auf den Tisch, und die Ausgießer lassen Bratfett oder Fond bequem abgießen. Für rund 40 Euro ist sie der günstige Allzweck-Helfer fürs große Frühstück oder die Pfanne zum Teilen – nur die hohen Steakhitzen einer dickwandigen Lodge sollte man ihr nicht abverlangen.

Mein Fazit

Meine meistgenutzte Pfanne ist seit Jahren eine schlichte Lodge. Sie hat den Härtetest längst bestanden: über Buchenglut, auf dem Gaskocher und zu Hause auf Induktion – sie kann alles, und die Patina ist mittlerweile so glatt und dunkel, dass ein Spiegelei darauf von selbst wandert. Genau das ist der Punkt, den viele unterschätzen: Eine Gusseisenpfanne wird nicht schlechter, sie wird mit jedem Jahr besser.

Wenn ich heute neu kaufen würde, käme wieder eine Lodge oder ein Petromax-Set ins Haus – das Petromax dann, wenn ich öfter am offenen Feuer stehe und zwei Größen gleichzeitig brauche. Die teure Skeppshult ist ein schönes Stück, durch den Holzgriff aber eher eine Herd- als eine Feuerpfanne; die Glätte erkochst du dir mit einer Lodge über die Jahre selbst. Mein ehrlicher Rat: Kauf nach Einsatzort, nicht nach Preis. Eine eingebrannte 45-Euro-Pfanne, die du wirklich benutzt, schlägt jede Premium-Pfanne, die du schonst.

Sinnvolles Zubehör

Die Pfanne allein reicht fast – aber vier Kleinigkeiten machen Pflege und Handhabung am Feuer deutlich leichter, vor allem den heißen Stielgriff und das Saubermachen ohne Spülmittel:

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Gerichte für die Gusseisenpfanne

Häufige Fragen

Rohes Gusseisen (Lodge, Petromax) ist robuster, verträgt offenes Feuer und wird mit der Zeit besser. Emailliertes Gusseisen (Le Creuset) ist pflegeleichter, aber teurer und empfindlicher gegenüber Temperaturschocks. Für Camping und Lagerfeuer ist rohes Gusseisen die bessere Wahl.
Für Camping empfehlen sich Lodge (günstig, schon eingebrannt, robust) und Petromax (Made in Germany, ausgezeichnete Qualität). Größe 25–28 cm deckt fast alle Anwendungsfälle ab. Für Backpacker ist Gusseisen wegen des Gewichts (2,5–4 kg) weniger geeignet – hier sind Alupfannen die bessere Wahl.
Eine 25-cm-Gusseisenpfanne wiegt je nach Modell 2,5–4 kg – deutlich mehr als Edelstahl oder Aluminium. Für Autofahrer oder Campingplatzcamper kein Problem. Backpacker greifen besser zu leichteren Alternativen. Das Gewicht ist gleichzeitig ein Qualitätsmerkmal: dickere Wandungen bedeuten bessere Wärmespeicherung.
Besser nicht. Spülmittel greift die eingebrannte Patina an, die als natürliche Antihaftschicht wirkt. In der Regel reicht heißes Wasser mit einer Bürste; Eingebranntes löst man mit etwas grobem Salz als Scheuermittel. Danach gut abtrocknen und hauchdünn einölen. Ein einmaliger Spülmittel-Kontakt ruiniert die Pfanne nicht, aber zur Gewohnheit sollte es nicht werden.
Ja, uneingeschränkt. Gusseisen ist magnetisch und damit voll induktionstauglich – ebenso auf Gas, Ceran, im Backofen und über offenem Feuer. Es ist das vielseitigste Material überhaupt. Einzig auf Glaskeramik-Kochfeldern sollte man die schwere Pfanne vorsichtig absetzen, um Kratzer zu vermeiden.
Kein Grund zur Sorge – Rost lässt sich vollständig entfernen. Die Roststellen mit Stahlwolle abschrubben, die Pfanne gründlich trocknen und anschließend neu einbrennen. Danach ist sie wie neu. Rost entsteht nur, wenn die Pfanne feucht gelagert wurde; regelmäßiges Einölen nach dem Abtrocknen verhindert ihn zuverlässig. Die Schritt-für-Schritt-Rettung steht in den Gusseisen Tipps.
Christian Dresel

Von

Outdoor-Koch aus Nordbayern. Seit über zehn Jahren brät er auf eingebrannten Gusseisenpfannen über dem Feuer. Mehr über mich →