Christian Dresel

Jahrgang 1986 · Nordbayern · wildkochen.de

🫐 Wildfrüchte 🔥 Lagerfeuer ⛺ Zelten 🏔️ Alpen 🚗 Autocamping 💻 Technik
Christian Dresel in den Alpen
Irgendwo in den Alpen – das ist der Ort, an dem ich am liebsten bin.

Wie es angefangen hat

Mein erstes Lagerfeuer-Essen war kein Rezept. Kein Buch, keine Anleitung. Ich war vielleicht sechs Jahre alt. Mein Vater ist Landwirt – Gemüsebau in Nordbayern – und nach der Kartoffelernte hat er einfach ein paar der frisch geernteten Kartoffeln in die Glut geworfen, mitten auf dem abgeernteten Feld. Wir haben daneben gestanden, gewartet bis sie weich waren, und sie dann gegessen – mit nichts außer etwas Salz und einem Messer. Das war keine Outdoor-Küche. Das war einfach die Mittagspause.

Das klingt nach wenig. Ist es aber nicht. Diese Art von Kochen – direkt, ohne Umwege, mit dem was gerade da ist – hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich bin damit aufgewachsen, dass Essen draußen normal ist. Nicht romantisch überhöht, nicht instagrammtauglich. Einfach gut.

Christian Dresel im Gewächshaus auf dem elterlichen Hof
Im Gewächshaus auf dem elterlichen Hof – Gemüsebau liegt bei mir in der Familie.

Heute – unterwegs, draußen, kochend

Seit gut zehn Jahren mache ich das aktiv und bewusst. Wandern, Zelten, Autocamping – ich übernachte auch im Auto wenn es sich ergibt, irgendwo in den Bergen oder am Waldrand. Besonders die Alpen ziehen mich immer wieder. Es gibt etwas an der Kombination aus körperlicher Anstrengung und dann einem guten Essen am Ende des Tages, das besser wirkt als jede Restaurantreservierung.

Christian Dresel mit dem Auto im Wald – Autocamping
Das Auto als Basislager – irgendwo im Wald, fernab von Campingplätzen.

Das Kochen draußen ist für mich kein Notbehelf. Es ist der Punkt. Die Einschränkungen – kein Backofen, keine Küchenmaschine, nur was ins Auto oder den Rucksack passt – zwingen zu Lösungen, die man in der Küche nie finden würde. Und die meisten davon sind am Ende einfacher und besser.

Was mich besonders interessiert: Wildfrüchte sammeln und weiterverarbeiten. Holunderblüten-Sirup im Juni, Hagebutten-Ketchup im Oktober – und vor allem Liköre. Das ist mein Spezialgebiet. Schlehenlikör nach dem ersten Frost, Wildkirschlikör im Sommer, was immer gerade Saison hat. Liköre brauchen Zeit, Geduld und das richtige Verhältnis – genau das reizt mich daran. Das Ergebnis ist etwas, das man so nirgendwo kaufen kann.

Christian Dresel mit frisch gepflückter Himbeere
Frisch gepflückt – besser geht's nicht.

Was ich konkret mache

Lagerfeuer und Grill sind das Rückgrat. Ein gutes Glutbett, eine Gusseisen-Pfanne und etwas Zeit – damit lässt sich mehr machen als die meisten glauben. Ich habe mir das über Jahre angeeignet, durch viel Ausprobieren und nicht wenige Fehler.

Dutch Oven ist meine liebste Methode für längere Touren. Der gusseiserne Topf geht mit ans Lagerfeuer, ins Auto, auf den Campingplatz. Er verzeiht nichts beim Einbrennen und alles beim Kochen. Gulasch, Brot, Pulled Pork – alles geht, wenn man weiß wie man mit Hitze von unten und oben umgeht.

Wildfrüchte bestimmen meinen Jahreskalender mehr als jeder Supermarktprospekt. Ich weiß wo in meiner Gegend Holunder wächst, wann die Schlehenbeeren nach dem Frost endlich weich genug sind und wie man aus Hagebutten mehr als nur Tee macht. Das ist kein Überlebenstraining – das ist Genuss, der an Saison und Ort gebunden ist.

Mit dem Fahrrad sammeln. Ich bin viel mit dem Rad unterwegs – und dabei fällt mir auf, was gerade reif ist. Brombeeren an der Böschung, eine Schlehenhecke, die man sich für Oktober merkt. Kleine Schüssel in den Rucksack, spontan halten, zehn Minuten sammeln. Das sind keine geplanten Ausflüge, das passiert einfach.

Rotes Fahrrad vor einer Brombeerhecke am Feldweg – Sammelstopp unterwegs
Kurzer Stopp, Schüssel raus – so sieht Brombeeren sammeln in der Praxis aus.
Christian Dresel an einem Waldbach
An einem Waldbach irgendwo in Nordbayern – solche Stellen findet man, wenn man sucht.

Wandern und die Alpen. Wenn möglich fahre ich in die Berge. Nordbayern ist meine Heimat, aber die Alpen sind mein Ausgleich. Übernachten im Auto irgendwo mit Blick auf die Berge, morgens Kaffee auf dem Gaskocher, dann losgewandert – das ist das Ideal.

Warum wildkochen.de

Draußen kochen kann jeder. Aber gute Rezepte dafür zu finden – Rezepte, die tatsächlich funktionieren wenn kein Backofen da ist und das Feuer nicht gleichmäßig brennt – das ist schwieriger als es aussieht. Die meisten Outdoor-Rezepte sind Küchen-Rezepte in Campingkleidung.

Wildkochen.de ist mein Versuch, das anders zu machen. Alles was hier steht, habe ich draußen gekocht. Nicht einmal – mehrfach, unter verschiedenen Bedingungen. Das Hintergrundwissen kommt dazu, weil es mich interessiert warum etwas funktioniert, nicht nur dass es funktioniert.

Ich bin kein Koch. Ich bin jemand, der seit zehn Jahren draußen isst und dabei gelernt hat, worauf es wirklich ankommt.

Kontakt

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