Ich komme mehrmals die Woche an einem Brombeerstrauch am Wegrand vorbei – gestern war ich wieder dort und hab kurz zwei Fotos gemacht, um festzuhalten, wie weit die Früchte schon sind.
Der Strauch von der Seite – dichte Dolden mit grünen, gut ausgebildeten Beeren an mehreren Ästen gleichzeitig.
Aktuell sieht es richtig gut aus: an mehreren Ästen gleichzeitig hängen dichte Dolden mit noch grünen, aber gut ausgebildeten Beeren. Letztes Jahr war das an genau dieser Stelle komplett anders – da gab es kaum Ertrag, und die wenigen Beeren, die überhaupt kamen, waren erstaunlich schnell hinüber, bevor ich auch nur einmal ernten konnte.
Nahaufnahme einer der Dolden – die einzelnen Steinfrüchte sind schon gut ausgeprägt, Farbe fehlt noch komplett.
Nach aktuellem Stand tippe ich auf ein deutlich besseres Jahr für diesen Strauch. Ob sich das bis zur Reife hält, wird sich zeigen – ich halte ihn im Auge und update hier, sobald sich was tut.
Häufige Fragen zu Brombeeren Ende Juni / Anfang Juli
Dichte, traubenartige Fruchtstände aus vielen kleinen Einzelfrüchten, komplett grün und noch hart, dazwischen die typischen gezähnten, meist drei- bis fünfteiligen Blätter und dornige Triebe – so wie auf den beiden Fotos in diesem Beitrag. Von Rot oder gar Schwarz ist zu dieser Zeit noch nichts zu sehen. Wer sich bei der Pflanze selbst unsicher ist: Der Abschnitt „Brombeeren erkennen“ im Brombeeren-Guide hilft weiter.
Nein, in aller Regel noch nicht. Ende Juni bis Anfang Juli sind wilde Brombeeren noch grün und hart – das ist normal. Die ersten wirklich reifen, schwarzen Beeren gibt es in Deutschland je nach Lage und Wetter meist ab Mitte Juli bis Anfang August, an schattigen Standorten entsprechend später. Wie man reife von unreifen Beeren unterscheidet und worauf es beim Ernten ankommt, steht im Brombeeren-Guide.
Drei Ursachen sind allgemein bekannt: Spätfrost während der Blütezeit schädigt Blüten, bevor überhaupt Früchte ansetzen. Kaltes, nasses Wetter in der Blühphase drückt die Aktivität von Bienen und Hummeln – weniger Bestäubung bedeutet weniger und kleinere Früchte. Und Trockenstress in der Blüh- und frühen Fruchtphase kann dazu führen, dass die Pflanze Blüten oder junge Früchte abwirft. Was bei meinem Strauch letztes Jahr konkret der Grund war, kann ich ehrlich nicht sagen – dafür habe ich ihn damals nicht engmaschig genug beobachtet.
Zwei Ursachen sind verbreitet: Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), ein seit einigen Jahren in Deutschland etablierter Schädling, legt ihre Eier – anders als heimische Fruchtfliegen – auch in unreife, intakte Früchte; die Larven machen die Beere weich und madig, teils bevor sie überhaupt schwarz ist. Daneben lässt Grauschimmel bei feuchtem, regnerischem Wetter Früchte direkt am Strauch faulen. Ob eins von beidem letztes Jahr bei meinem Strauch der Fall war, weiß ich nicht sicher.