Was Gusseisen beim Pfannkuchen besser macht
Pfannkuchen in einer dünnen Edelstahlpfanne am Gaskocher: heiße Mitte, kalte Ränder, ungleichmäßige Bräunung, fleckige Unterseite. Man kennt das.
Gusseisen verteilt Wärme langsamer – aber gleichmäßiger. Die gesamte Bodenfläche hat annähernd dieselbe Temperatur. Das bedeutet: der Teig bräunt von Rand zu Rand gleichmäßig. Keine verbrannte Mitte, kein roher Rand.
Der zweite Vorteil: die hohe Wärmespeicherung. Wenn der kalte Teig in die Pfanne läuft, kühlt Gusseisen kaum ab. Eine dünne Pfanne verliert sofort Temperatur und braucht mehrere Sekunden, um sich zu erholen. Das Ergebnis sind Pfannkuchen, die gleichmäßig von Anfang bis Ende backen – und nicht erst stocken, wenn die Pfanne wieder heiß ist.
Der Teig – und wie man ihn vorbereitet
🥞 Zutaten für 8–10 Pfannkuchen
- 200 g Mehl
- 2 Eier
- 350 ml Milch (oder Wasser für leichteren Teig)
- 1 Prise Salz
- 1 TL Zucker
- 1 EL Butterschmalz oder Butter zum Ausbacken
Der Teig ist simpel. Was ihn besser macht: Ruhezeit. Nach dem Anrühren 10–15 Minuten stehen lassen. Das Mehl quillt auf, der Teig wird geschmeidiger, die Pfannkuchen werden zarter. Wer keine Zeit hat überspringt das – die Welt geht nicht unter. Aber es lohnt sich.
Konsistenz: Der Teig soll dünnflüssig sein, fast wie Sahne. Zu dick bedeutet zu dicke Pfannkuchen, die in der Mitte roh bleiben. Lieber etwas mehr Milch als zu wenig.
Teig zu Hause vorbereiten, im Camp nur backen: Mehl, Salz und Zucker zuhause abwiegen und in einen Zip-Beutel füllen. Im Camp Eier und Wasser dazu – fertig. Wer eine Trinkflasche mit weitem Hals nimmt, kann den fertigen Teig direkt aus der Flasche in die Pfanne dosieren. Keine Schüssel, kein Schneebesen, kein Abwasch.
Schritt-für-Schritt
- Pfanne vorheizen: Gusseisenpfanne bei mittlerer Hitze 3–4 Minuten langsam aufheizen. Nicht auf Maximum – Gusseisen speichert Hitze, der erste Pfannkuchen verbrennt sonst sofort.
- Fett einreiben: Sehr wenig Butterschmalz in die Pfanne. Wirklich wenig – nur eine dünne Schicht. Zu viel Fett macht den Pfannkuchen fettig und ungleichmäßig braun. Mit einem Küchenpapier gleichmäßig verteilen.
- Teig eingießen: Pfanne leicht von der Hitze nehmen, eine Kelle Teig hineingießen und die Pfanne sofort kreisend schwenken. Der Teig soll den Boden gleichmäßig und dünn bedecken. Zu viel Teig = zu dicker Pfannkuchen.
- Erste Seite backen: Pfanne zurück auf die Hitze. Nicht anfassen, nicht bewegen. Die Pfannkuchen sind fertig zum Wenden wenn die Ränder trocken und leicht gebräunt wirken und sich der Pfannkuchen leicht vom Rand löst – etwa 90 Sekunden bis 2 Minuten.
- Wenden: Mit einem flachen Pfannenwender unter den Pfannkuchen fahren und zügig wenden. Wer sicher ist: hochwerfen. Zweite Seite braucht nur 1 Minute.
- Stapeln: Fertige Pfannkuchen stapeln. Sie halten sich durch die eigene Wärme mehrere Minuten warm und werden durch den Dampf im Stapel sogar noch etwas weicher.
Süß oder herzhaft – was geht alles
Der Grundteig ist neutral. Er funktioniert in beide Richtungen:
Süß
- Klassisch: Zucker und Zitronensaft – unschlagbar einfach
- Nussnougatcreme: Eingepackt hält sie problemlos zwei Wochen
- Apfelscheiben im Teig: Dünne Apfelscheiben in die Pfanne legen, Teig drüber – Apfelpfannkuchen ohne extra Aufwand
- Ahornsirup + Speck: Der amerikanische Klassiker – funktioniert auch am Lagerfeuer
Herzhaft
- Käse + Schinken: Käse auf die erste Seite reiben bevor gewendet wird, er schmilzt auf der zweiten Seite
- Kräuterquark: Quark mit Salz, Pfeffer, Schnittlauch – kein Kochen nötig
- Spiegeleier gewickelt: Ei in der Mitte des Pfannkuchens aufschlagen, Ränder einschlagen – Frühstückspäckchen
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