Streuobstwiese: Der erste Zwetschgenbaum trägt Früchte
Christian Dresel
4. Juli 2026
Vor einigen Jahren hat die Stadt auf einem Teil unserer Wiese, mit der wir sonst wenig anfangen, vier Bäume als Ausgleichsfläche gepflanzt – soweit wir uns erinnern zwei Apfel- und zwei Zwetschgenbäume. Im Gegenzug bekommen wir die Früchte. Nur gab es die bisher nie: kein einziger der vier Bäume hat bis jetzt Ertrag gebracht.
22. Mai: erster Fruchtansatz, aber unklar was es wird
Am 22. Mai ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass einer der Bäume überhaupt Früchte ansetzt. Ganz klar war zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, was daraus werden würde – die kleinen grünen Früchte waren gerade erst aus der Blüte hervorgegangen, an einer hingen noch die vertrockneten Reste von Blütenblättern und Staubgefäßen.
22. Mai: zwei junge Früchte, an der rechten hängen noch Reste der Blüte.Eine einzelne Frucht – Form und Größe ließen noch keinen sicheren Schluss zu.
Der Baum Ende Mai – aus der Distanz war von den winzigen Früchten noch nichts zu erkennen.
4. Juli: jetzt ist es sicher – eine Zwetschge
Heute war ich wieder auf der Wiese und habe mir den Baum genauer angeschaut. Jetzt bin ich mir sicher: Es ist einer unserer beiden Zwetschgenbäume, der zum ersten Mal Früchte trägt. Die Form ist inzwischen eindeutig oval-länglich statt rundlich, und die Größe passt genau zu einer jungen, noch unreifen Zwetschge.
Sechs Wochen später: eindeutig oval-länglich – die typische Zwetschgen-Form.Eine einzelne Frucht in Nahaufnahme, noch komplett grün und hart.
Bis zur Reife ist es noch ein gutes Stück hin – Zwetschgen brauchen bis in den September, oft länger. Ob am Ende genug für mehr als eine Handvoll zusammenkommt, wird sich zeigen: Der Baum ist noch jung und hat gerade erst überhaupt zum ersten Mal Früchte angesetzt.
Der tragende Baum mit seinem Drahtschutz – dahinter zwei der drei anderen.Unsere kleine Ausgleichsfläche: vier junge Bäume in Reihe.
Ich halte die Wiese im Auge und berichte hier weiter, wie es sich entwickelt – auch bei den anderen drei Bäumen, die bisher noch gar nichts angesetzt haben. Mehr zum Erkennen reifer Zwetschgen und was sich daraus kochen lässt: Zwetschge-Guide.
Häufige Fragen zu unserer Streuobstwiese
Wenn eine Kommune an anderer Stelle Grünflächen oder Bäume für ein Bauprojekt entfernt, muss sie das laut Naturschutzrecht ausgleichen – zum Beispiel durch Neupflanzungen auf privaten oder öffentlichen Flächen. Bei uns hat die Stadt dafür vor einigen Jahren vier Obstbäume auf einem Teil unserer sonst wenig genutzten Wiese gepflanzt. Im Gegenzug dürfen wir die Früchte ernten.
Bei Steinobst wie Zwetschgen sind drei bis fünf Jahre nach der Pflanzung üblich, bei Kernobst wie Apfel eher vier bis sechs Jahre – abhängig von Unterlage, Sorte und Standort. Manche Bäume brauchen aber deutlich länger oder tragen in den ersten Jahren nur unregelmäßig. Bei unseren vier Bäumen hat es bis zur allerersten Frucht jedenfalls so lange gedauert, dass wir uns an das genaue Pflanzjahr kaum noch erinnern.
Am zuverlässigsten an der Form: Zwetschgen sind schon im unreifen, grünen Zustand oval-länglich mit einer leichten Naht an einer Seite, nicht rund wie eine Kirschpflaume oder ein kleiner Apfel. Ganz junge Früchte direkt nach der Blüte sind allerdings noch sehr klein und rundlicher, sodass die eindeutige Form erst nach einigen Wochen Wachstum sichtbar wird. Alle Details zum Erkennen reifer und unreifer Zwetschgen gibt es im Zwetschge-Guide.
Das sind die Überreste der Blüte – vertrocknete Blütenblätter, Staubgefäße und der Griffel, die nach erfolgreicher Bestäubung an der jungen Frucht hängen bleiben, bevor sie irgendwann von selbst abfallen. Das ist ein völlig normaler Vorgang und sogar ein gutes Zeichen: Es bedeutet, dass die Blüte befruchtet wurde und sich daraus eine Frucht entwickelt.